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Industriezeitschrift

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Lexikon · Energie & NachhaltigkeitKI-unterstützt

Kraft-Wärme-Kopplung

KWK

Kraft-Wärme-Kopplung ist die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Nutzwärme in einer Anlage. Sie nutzt den Brennstoff effizienter als getrennte Erzeugung und senkt dadurch Energiekosten und CO₂-Ausstoß.

Was bedeutet Kraft-Wärme-Kopplung?

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bezeichnet die gleichzeitige Gewinnung von elektrischer Energie und Nutzwärme in einer Anlage. Die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme wird nicht ungenutzt abgegeben, sondern für Heizzwecke oder Produktionsprozesse verwendet.

Das Prinzip erhöht den Brennstoffnutzungsgrad deutlich: Während konventionelle Kondensationskraftwerke je nach Technologie elektrische Wirkungsgrade von 35 bis über 60 Prozent erreichen, nutzen KWK-Anlagen Gesamtwirkungsgrade von 80 bis über 90 Prozent. Die Abkürzung KWK ist in der Industrie und im Energierecht fest etabliert.

Wie funktioniert Kraft-Wärme-Kopplung?

Eine KWK-Anlage besteht typischerweise aus einem Motor oder einer Turbine, die einen Generator antreibt. Die dabei entstehende Abwärme wird über Wärmetauscher ausgekoppelt und in ein Heizungs- oder Prozesswärmenetz eingespeist.

Der Gesamtnutzungsgrad berechnet sich aus der Summe von elektrischem und thermischem Wirkungsgrad:

Gesamtnutzungsgrad = (elektrische Leistung + thermische Nutzleistung) / eingesetzte Brennstoffleistung

Ein Blockheizkraftwerk mit 50 kW elektrischer und 80 kW thermischer Leistung bei 150 kW Brennstoffleistung erreicht einen Gesamtnutzungsgrad von (50 + 80) / 150 = 0,87 oder 87 Prozent.

Praxisbeispiel aus der Industrie

Ein Kunststoffverarbeiter mit kontinuierlichem Wärme- und Strombedarf setzt ein Blockheizkraftwerk mit 200 kW elektrischer Leistung ein. Die Anlage läuft 7.000 Stunden pro Jahr und erzeugt 1,4 Millionen kWh Strom für die Produktion.

Gleichzeitig liefert sie 280 kW Wärme für die Hallenheizung und Prozesswärme. Der Betrieb spart gegenüber getrennter Erzeugung etwa 30 Prozent Primärenergie und reduziert die Energiekosten um einen fünfstelligen Betrag jährlich.

Abgrenzung

Kraft-Wärme-Kopplung unterscheidet sich von der getrennten Erzeugung durch die gleichzeitige Nutzung beider Energieformen. Eine reine Heizungsanlage erzeugt nur Wärme, ein Kondensationskraftwerk gibt die Abwärme ungenutzt ab.

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung erweitert das Prinzip um Kälteerzeugung mittels Absorptionskältemaschinen. Brennstoffzellen-KWK nutzen elektrochemische statt thermische Prozesse, erreichen aber ebenfalls hohe Gesamtwirkungsgrade.

Normen und Rechtsgrundlagen

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) in seiner jeweils gültigen Fassung regelt die Förderung von KWK-Anlagen in Deutschland. Es definiert Zuschlagshöhen und Förderdauer nach Anlagengröße und Inbetriebnahmedatum.

Die DIN EN 50438 legt Anforderungen an den Netzanschluss dezentraler Erzeugungsanlagen fest. Für die Energieeffizienz ist die ISO 50001 relevant, die systematisches Energiemanagement beschreibt.