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AGV
AGV ist ein fahrerloses Transportfahrzeug, das Materialien und Güter automatisiert entlang definierter Routen oder flexibel durch Produktions- und Lagerbereiche transportiert.
Was bedeutet AGV?
AGV steht für Automated Guided Vehicle und bezeichnet fahrerlose Transportfahrzeuge, die ohne menschlichen Fahrer Lasten bewegen. Im deutschen Sprachraum wird synonym der Begriff Fahrerloses Transportfahrzeug (FTF) verwendet. AGV navigieren mittels verschiedener Technologien: Induktionsschleifen im Boden, Magnetbänder, Laserscanner, Kamerasysteme oder satellitengestützte Verfahren. Sie transportieren Paletten, Behälter, Werkstücke oder Fertigprodukte zwischen Produktionslinien, Lagern und Versandbereichen.
Moderne AGV kommunizieren mit Lagerverwaltungssystemen und ERP-Systemen, um Transportaufträge automatisch zu empfangen und abzuarbeiten. Die Tragfähigkeit reicht je nach Bauart von wenigen Kilogramm bis zu mehreren Tonnen.
Wie funktioniert ein AGV?
Ein AGV besteht aus der Fahrzeugplattform, dem Navigationssystem, der Steuerungseinheit und der Energieversorgung. Die Navigation erfolgt über unterschiedliche Verfahren: Spurgeführte Systeme folgen physischen Leitlinien wie Magnetbändern oder Induktionsschleifen. Konturnavigation nutzt Laserscanner, die Umgebungsmerkmale erfassen. Freie Navigation kombiniert Sensordaten mit digitalen Hallenplänen.
Sicherheitssysteme wie Laserscanner, Bumper und Notaus-Schalter verhindern Kollisionen mit Personen und Hindernissen. Bei Erkennung eines Hindernisses stoppt das Fahrzeug automatisch. Die Energieversorgung erfolgt über Batterien, die an Ladestationen oder induktiv während der Fahrt geladen werden.
Praxisbeispiel aus der Industrie
In einer Automobilzulieferfertigung transportieren AGV Motorenkomponenten von der Bearbeitung zur Montage. Die Fahrzeuge holen fertig bearbeitete Teile an fünf CNC-Maschinen ab und liefern sie an drei Montagelinien. Das System disponiert die Routen dynamisch nach Auftragslage. Bei Schichtwechsel fahren die AGV automatisch zur Ladestation. Die Einführung reduzierte den manuellen Transportaufwand und ermöglichte eine flexiblere Produktionsplanung ohne feste Fördertechnik.
Abgrenzung
AGV unterscheiden sich von Autonomous Mobile Robots (AMR) durch ihre Navigationstechnik: AGV folgen meist vordefinierten Routen, während AMR ihre Wege vollständig autonom planen. Klassische Flurförderzeuge wie Gabelstapler benötigen einen Fahrer. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) bezeichnen das Gesamtsystem aus mehreren AGV, Leitsteuerung und Infrastruktur.
Normen und Rechtsgrundlagen
Für AGV gelten die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU. Die DIN EN ISO 3691-4 regelt sicherheitstechnische Anforderungen an fahrerlose Flurförderzeuge. Die VDI-Richtlinie 2510 beschreibt Planung und Betrieb von fahrerlosen Transportsystemen. Betreiber müssen eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und Verkehrswege entsprechend kennzeichnen.
Verwandte Begriffe